stand Juli 2005

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so, dann will ich mal nach ca. 1 jahr meine homepage aktualisieren *bfg* wie ihr ja sehen könnt (links unter der rubrik "mein 1. geburtstag") hatte ich das erste ½ jahr ganz gut über die runden gebracht. seither ist vieles schöne und auch sehr trauriges passiert.

aber ich will mal das letzte jahr ein wenig beschreiben. mein "1. geburtstag" (es war mein 15. geburtstag *g*) war natürlich spitze. von meinen eltern habe ich einen motorroller geschenkt bekommen und den dazugehörigen führerschein. nachdem ich das erste mal durch die theoretische prüfung gerasselt bin (na ja, faulheit siegt *g*) habe ich es beim zweiten mal mit 0 punkten geschafft. meine eltern hatten am 15. mai 2004 eine riesen geburtstagsüberraschungs-party ab 11.00 uhr morgens für mich organisiert (die bilder sind wie schon oben geschrieben unter der rubrik "mein 1. geburtstag gespeichert). ich war der meinung, da kommen nur die großeltern, tanten und onkel. war aber nicht so. *bfg*. es klingelte immer wieder an der haustüre und immer mehr gäste kamen und meine augen wurden immer größer. so nach dem motto "was geht denn hier ab *g*", "wie viele kommen wohl noch *g*. und ich hab mich gewundert, für wen die ganzen sitzplätze im garten sind und das ganze essen *rofl*. dass meine familie sich immer über das essen von mama freut, wusste ich ja, aber so gefräßig sind sie ja nun mal wirklich nicht *g*. meine eltern hatten alle eingeladen, die mir in der schweren zeit zur seite standen und natürlich auch ein paar klassenkameraden. die party war super und der rigo floß in strömen *bfg* keine panik, ich war am abend noch relativ nüchtern *zwinker*

die untersuchungen im krankenhaus sind immer positiv gewesen und die waage zeigte auch immer wieder ein paar kilos mehr an. und mit jeder untersuchung war ich mir sicher, diese scheiß krankheit in die wüste geschickt zu haben.

der sommer stand vor der tür, meine haare waren wieder so gewachsen, dass der friseur beim 1. schnitt seine freude hatte. plötzlich hatte ich locken, wo vorher keine waren. ich habe die haare erst mal richtig wachsen lassen, damit wieder mal ein vernünftiger schnitt zu machen war und ich mir wieder richtig gel in die haare klatschen konnte *rofl*

dann kam der tag, wo es zeugnisse gab und meine eltern und ich waren mit meinem sehr zufrieden. (bin ja doch ein fleißiges Kerlchen geworden *g* ) sommer hieß auch urlaub machen und es ging mal wieder ab nach italien. wir waren im schönen vorort von rimini in igea marina und ich konnte mich von den strapazen des letzen jahres gut erholen.

nach den ferien stand auf dem schulplan das praktikum, welches ich bei einem bekannten meiner eltern machen konnte. das hieß, ab an den computer (da es in einer internetfirma war). nochmals vielen dank andre, es war eine schöne zeit. es lief wirklich alles ganz gut. im septemer hat dann meine tante geheiratet und es war ein super fest. auch deswegen, weil meine Oma zu dieser zeit als geheilt galt, sie hatte erst einmal den krebs (hochgrad malignes non-hodgkin-lymphohm) besiegt. leider nicht von dauer und im oktober 2004 ist der krebs wieder ausgeschlagen und jetzt war er im stadium 4. wieder war für die familie abwarten und hoffen an 1. stelle, dass oma es wieder schafft, den krebs zu besiegen.

im oktober 2004 hat man mir dann 1 jahr früher als geplant im krankenhaus den port an der linken brustseite wieder entfernt. ich kam morgens ins krankenhaus, der port wurde rausoperiert und abends durfte ich das krankenhaus schon wieder verlassen. dieses zwar hilfreiche teil aber doch störende teil habe ich dann als andenken mitnehmen dürfen. also war ich schon wieder ein stück weiter. denn meine "titte" *rofl* wie ich dieses grässliche ding immer bezeichnet habe, störte mich ungemein.

die monate vergingen und wir konnten zum glück ein schönes weihnachtsfest feiern. natürlich ging es meiner oma nicht gut, aber sie lebte und hoffte weiter. ich meinte dann irgendwann zu meiner mum "verdammte scheisse, warum lässt diese krankheit uns nicht in ruhe". die antwort konnte sie mir auch nicht geben. manchmal kommt es eben knüppeldick. nach weihnachten ging es meiner oma immer schlimmer und auch die ganzen harten chemos brachten keinen erfolg. doch meine oma wollte unbedingt meinen "2. geburtstag" miterleben und sie schaffte es auch.. die letzten 2 wochen vor meinem geburtstag (15.05.05) ging es meiner oma wohl sehr sehr schlecht. sie bekam ein pflegebett zu hause aufgestellt und saß leider mehr im rollstuhl und lag im bett, als ihr und uns allen lieb war. doch sie ließ sich trotzdem nicht hängen. sie versuchte alles zu tun, damit es ein wenig aufwärts ging und die erschlaffte muskulator, die sie am gehen hinderte, wieder ein wenig aufzubauen. es standen noch immer blutübertragungen an, eine chemo- war leider nicht mehr möglich und hätte auch keinen erfolg mehr gebracht.

mein geburtstag stand bevor. ich bin dann öfter mit meiner mutter zu meinen großeltern gefahren und habe mit meiner oma bewegungstherapie gemacht, damit die muskeln wieder ein wenig trainiert wurden. es war das einzige, wo ich ihr helfen konnte und sie freute sich, wenn wir zusammen ein stück liefen und auch die therapie machten. das hieß, im bett liegen und so tun, als würde sie fahrrad fahren und ich saß auf dem stuhl daneben und tat das gleiche. es klappte ganz gut. am tag meines geburtstages kam meine oma zum glück, obwohl es ihr sichtlich schlechter ging und sie gar nicht mehr die treppen zum haus hochlaufen konnte. doch ein paar starke arme schafften es doch, den Rollstuhl ins haus zu bekommen. oma hatte ihr versprechen also wahr gemacht und meinen 2. geburtstag (16 jahre alt bin ich geworden) mit mir gefeiert. Ich war richtig stolz auf meine oma, dass sie die kraft noch aufgebracht hat und dafür bin ich sehr sehr dankbar !!!!! leider ging es meiner oma nach diesem tag immer schlechter und die nächsten tage waren sehr sehr traurig. eine woche nach meinem geburtstag kam dann sonntagsmorgens um 1.20 uhr der anruf meiner mama, die von samstagmorgen an mit ihren schwestern bei meiner oma und meiner meinem opa war und ihr in den letzten stunden geholfen hat. meine oma wollte zu hause sterben und nicht in einem kalten krankenzimmer und der wunsch ist auch erfüllt worden. als hier in der nacht das telefon ging, wussten mein vater, meine schwester und ich direkt "das heißt nichts gutes". und so war es auch. meine mum musste uns sagen, dass oma gerade gestorben ist. papa, verena und ich sind dann sofort zu meinen großeltern gefahren und haben noch abschied von oma genommen. obwohl sie schon gestorben war, hoffe ich, dass sie meine letzten lieben worte noch gehört hat. sie wollte den krebs besiegen und hat gekämpft, doch leider musste ich feststellen, dass auch manchmal kämpfen alleine nicht hilft. der einzige trost war für uns alle, dass meine oma in den letzten stunden nicht mehr leiden musste und friedlich einschlafen durfte. die beerdigung war für uns alle wahnsinnig schwer und traurig. sie war an dem tag, an welchem meine oma eigentlich 69 jahre alt geworden wäre. ich denke aber mal, dass meine oma von oben auf mich schaut und mich und meine familie beschützt. denn sie dachte immer nur an andere und nie wirklich an sich selbst. selbst am tage der beerdigung schien die sonne und das war auch für uns ein zeichen, dass sie ihren frieden gefunden hat.

wie ihr jetzt lesen konntet, war das letzte jahr seit meinem 15. geburtstag mit freude und großer trauer verbunden. deshalb war hier erst einmal funkstille.

ich glaube aber für mich, dass es wieder aufwärts geht. die krankheit krebs uns erst einmal verschont und wir irgendwann wieder ein wenig mehr freude haben.

ich habe es bis heute geschafft, dass der krebs bei mir nicht neu ausgebrochen ist und ich glaube auch weiterhin daran, dass es nicht wieder passiert.

jetzt gibt es am mittwoch erst einmal zeugnisse und meine eltern können sich wieder mit mir freuen, dass ich das Jahr mit guten noten abgeschlossen habe. wenn dann auch noch der sommer richtig kommt, kann erst einmal nichts mehr schief gehen.

lieben gruß

Niko